Die Weltgesundheitsorganisation WHO verabschiedet
eine Charta mit ethischen Richtlinien für den Einsatz von Medikamenten
in humanitären Hilfsprojekten, welche sich an den ethischen
Grundsätzen der humanitären Hilfe orientiert. Ziel
ist es, eine optimale Nutzung der Medikamente durch die Bevölkerung
in den betroffenen Ländern zu garantieren und die durch
den Schwarzmarkt bedingten Probleme zu verhindern.
Die Charta enthält namentlich die folgenden Forderungen:
- Die Hilfe muss den lokalen Bedürfnissen
angepasst sein. Jedem Einsatz muss eine Abklärung
der Bedürfnisse vor Ort oder eine präzise Anfrage
des einheimischen medizinischen Personals vorangehen.
- Die lokale Abgabe der Medikamente muss von geschultem
medizinischem Personal kontrolliert werden. Die Qualitätsstandards müssen dieselben sein, welche auch in unseren Ländern
gelten.
- Nicht benützte Medikamente, die von der
Bevölkerung gespendet wurden, dürfen in der humanitären
Hilfe nicht verwendet werden.
- Der Einsatz von Medikamenten muss die Gesundheitspolitik
der Empfängerländer berücksichtigen.
- Wenn Medikamente in ein Empfängerland gesendet
werden, müssen mögliche Probleme bei der korrekten
Auslieferung und das Risiko der Entwendung berücksichtigt
werden.
Zu Beginn hat PSF von Apotheken Medikamenten-Spenden erhalten.
Viele solcher nicht benützten Medikamente wurden dann
in den verschiedenen Einsätzen verwendet. Abgelaufene
Medikamente wurden vernichtet. Auf Grund der weiteren Entwicklung
der Bedürfnisse sowie der bei den Feldeinsätzen
gewonnenen Erfahrung ist die Organisation von diesem Vorgehen
abgekommen.
Stattdessen ist sie den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation
WHO gefolgt und hat sich deren Charta angeschlossen; diese
wurde auch vom IKRK, vom HCR und von MSF unterzeichnet.
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der Charta der WHO auf Englisch
Infolgedessen hält sich PSF bei Hilfssendungen an die
von der Weltgesundheitsorganisation WHO erstellte Liste der
unentbehrlichen Arzneimittel, denn «ein ungeeignetes
Medikament kann mehr Schaden anrichten als überhaupt
kein Medikament!».
Die Aktivitäten von PSF CI betreffend ungebrauchte
Medikamente:
- Programm PSF-CI/ECHO Abteilung Humanitäre
Hilfe der Europäischen Kommission
Seit Februar 2005 unterstützt PSF CI das Gesundheitssystem
in Indonesien bei der Verwaltung von Spenden (Medikamenten-
und medizinische Materialspenden).
- Studie PSF CI und indonesisches Gesundheitsministerium
finanziert durch die WHO
Parallel zu dieser Spendenunterstützung sandte
PSF CI eine Expertin im Public Health International Bereich
um eine detaillierte Studie über die ungebrauchten Spenden
in der Provinz Aceh durchzuführen.
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der Studie auf Englisch
- Dokumentar Film
Ende August 2005 besuchte eine professionelle Arbeitsgruppe
der visuellen Kommunikation (genannt «Comme 1 image»)
die PSF CI Arbeitsgruppe auf dem Feld. Dabei wurde ein
26 minütiger Film gedreht. Der Film zeigt wie schwierig
es für die Sanitätsbehörden der Provinz
Aceh ist, diese Mengen von ungebrauchten Medikamentenspenden
zu verwalten. Des Weiteren werden im Film die Gefahren
des öffentlichen Gesundheitswesens, welche bei solchen
Spenden entstehen sowie die ökonomischen Probleme,
die bei Medikamentenspenden verheerend sein können,
thematisiert.
Siehe den Film (auf Französisch 26’13):
QuickTime | Windows
Media Player
Die Aktivitäten in der Schweiz betreffend ungebrauchte
Medikamente :
- Sensibilisierung der Bevölkerung und des
medizinischen Personals. An verschiedenen Veranstaltungen,
Ausstellungen und Präsentationen stellt PSF Schweiz
die Situation der ungebrauchten Medikamente in unserem
Lande dar und schildert die Gefahren, welche entstehen
können, wenn diese Medikamente in Entwicklungsländer
verschickt werden.
Konkrete Beispiele: Internationaler Büchersalon in Genf mit der entsprechenden
Dekoration von Studenten, Veranstaltungen an der Universität und Pharmazeutischer
Fakultät, Präsentationen bei verschiedenen Sitzungen…
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