Madagaskar


Seit 2011 unterstützt Apotheker ohne Grenzen Schweiz (AoG Schweiz) die Gesundheitszentren in der Region Mahajanga, Madagaskar, und hilft dem Pflegepersonal, seine Kompetenzen zu stärken, und den Patientinnen und Patienten durch Zugang zu einer qualitativ hochstehenden Versorgung. Seit 2018 tragen die Projektausrichtungen Früchte, da die Aina Vao-Apotheke zu einem Referenzzentrum in der Region geworden ist. Nichtsdestotrotz war die Unterstützung der AoG Schweiz während derglobalen Covid-19-Krise notwendig und offenbarte neue Bedürfnisse für eine angemessene Weiterentwicklung des Projekts.


 

Das mehrjährige Projekt 2018-2020

Bisher wurde das mehrjährige Projekt von AoG Schweiz in Madagaskar in vier verschiedene Arbeitsbereiche aufgeteilt:

Unterstützung für Gesundheitszentren: Auf diese Weise stellt die PSF Schweiz sicher, dass die Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochwertige Versorgung erhalten und Medikamente über das lokale Netzwerk geliefert werden. Um mehr über die Politik der PSF Schweiz zu diesem Thema zu erfahren, hier klicken.

Stärkung der Fähigkeiten von Fachleuten und Ausbildung von Studenten:

Unterstützung für lokale Mitarbeiter. Durch die Entsendung eines freiwilligen Apothekers an den Standort stellt PSF Schweiz den Wissens-und Kompetenztransfer an das lokale Personal sicher, das manchmal schlecht ausgebildet ist, um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten.

Kurs in Offizinpharmazie an der Universität von Antananarivo. Jedes Jahr besucht ein Doktor der Pharmazie für zwei Wochen den Standort, um Pharmaziestudenten Kurse in Offizinpharmazie (öffentliche Apotheken) zu geben.

Arzneimittelqualität: Zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen arbeitet die PSF Schweiz seit 2012 mit Pharmelp zusammen, einem Verein, dessen Ziel die Kontrolle der pharmazeutischen Qualität und die Erkennung von gefälschten Arzneimitteln ist.

News 2019 -Wie ist der Stand des Projekts?

Im Jahr 2019 wurden die für das Jahr geplanten Aktivitäten durchgeführt, trotz gewisser Schwierigkeiten, die auf Probleme zurückzuführen sind, die ausserhalb der Kontrolle der PSF Schweiz liegen, wie die Verschiebung von Ausbildungskursen aufgrund von Krankheiten, die die Mobilisierung des betroffenen Gesundheitspersonals erfordern, oder das Versagen des Kapillarelektrophoresegeräts, welches zur Erkennung von Arzneimittelfälschungen verwendet wird. Seither sind endlich alle Ausbildungskurse abgeschlossen und das betreffende Gerät wird mit Hilfe unseres Partners, des Vereins Pharmelp, repariert.

In den drei von der PSF Schweiz unterstützten Gesundheitszentren konnten hochwertige Medikamente und medizinische Geräte im Wert von fast 12’000 Franken beschafft werden. Darüber hinaus werden die Arzneimittelvorräte in diesenGesundheitszentren regelmäßig durch Inventare aktualisiert. Die Aina Vao-Apotheke wird immer professioneller, und das Pflegepersonal setzt immer mehr Anforderungen an die korrekten Arzneimittelverwendung erfolgreich um. Die Erhöhung des Prozentsatzes derVerschreibungen von unentbehrlichen Generika (MEG) ist in dieser Hinsicht eine wichtige Errungenschaft. Bedeutende Fortschritte wurden auch vom Personal der Apotheke von Mahasoa und des medizinischen Zentrums Fanantenana erzielt.

Parallel zu ihrer Arbeitdes Kompetenztransfers und der Unterstützung ist AoG Schweiz auch auf den Austausch von Gleichgesinnten angewiesen, um die Zurückhaltung der Angehörigen der Gesundheitsberufe zu überwinden. In diesem Sinne ist die interdispziplinäre Ausbildung in diesem Lernprozess von wesentlicher Bedeutung.

Die Fortbildung und die Anwendung von Wissen am Arbeitsplatz bleiben grosse Herausforderungen. Zum Beispiel ist die Assimilierung der Software für die Arzneimittelverwaltung (Pharmasoft) eine Übung, die umso komplexer ist, als der geschulte Fachmann sie nicht täglich benutzt. Diese Herausforderungen im Zusammenhang mit der Optimierung der Unterstützung des Gesundheitspersonals stehen weiterhin im Zentrum der Intervention der PSF Schweiz.

La gestion du Covid-19 à Madagascar

Das dritte Jahr des Projekts wurde durch die Covid-19-Pandemie stark gestört. Daher war es wichtig, das Projekt so weit wie möglich fortzusetzen und sich immer wieder den neuen Gegebenheiten anzupassen.

AoG Schweiz konnte mit finanzieller Unterstützung der Schweizer Botschaft in Madagaskar diverse Massnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung von Covid-19 in der Region Mahajanga ergreifen, wo ein grosser Teil der AoG-Aktivitäten stattfinden.

Insbesondere hat AoG Schweiz die wiederverwendbaren “Entenschnabel”-Masken aus Stoff an das Pflegepersonal verteilt, welche von Näherinnen aus der Region Mahajanga angefertigt wurde. Die Masken haben diverse Qualitätstests wie Waschbeständigkeit, Tropfendurchdringung und Atmungsaktivität bestanden.

Darüber hinaus stellte die ehrenamtliche Apothekerin vor Ort, Dr. Claire Bertin, eine hydroalkoholische Lösung mit der von der WHO geteilten Formel her und verteilte sie in fünf Gesundheitszentren: in den beiden Gesundheitszentren von Aina Vao und Mahasoa, in der Klinik Fanantenana und in den beiden Krankenhäusern von Candide und Johannes Paul II.

Schliesslich wurden Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter von AoG Schweiz ausgebildet, um die Patienten am Eingang der Zentren zu empfangen, an die Hygienemassnahmen wie Händewaschen und körperliche Distanz zu erinnern, Masken zu verteilen und verdächtige Fälle zu erkennen und eine erste Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wie Dengue-Fieber oder Malaria vorzunehmen.

Das Engagement von AoG Schweiz ermöglichtes, Tausenden von Menschen in der Region Mahajanga zu helfen und das lokale Gesundheitspersonal zu unterstützen, damit es seine Arbeit weiterhin unter den bestmöglichen Bedingungen ausüben kann.

Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Pressemitteilung.

Vielen Dank an unsere Partner: